Aufruf zur Demo gegen Bildungsabbau am 14.01.2009

 

Am 14.01.2009 findet eine landesweite Demonstration gegen Bildngs- und Sozialabbau für mehr Selbstbestimmung statt. Treffpunkt ist 18:00 am Paulsplatz.

Wir rufen zu dieser Demo auf, denn obwohl wir mehr wollen, als nur eine andere Bildungspolitik, sehen wir in ihr einen Ansatzpunkt, linksradikale Gesellschaftskritik zu artikulieren.

Denn in der Bildungspolitik (sowie auch in der Sozial-, Umwelt-, Arbeitslosen-,etc.-politik, wobei wir uns im Weiteren auf die Bildungspolitik beziehen)werden problematische Auswirkungen des kapitalistischen Systems offensichtlich.

Da diese Symptome jedoch in allen Gesellschaftsbereichen anzutreffen sind, wäre hier die richtigere Feststellung: Der Mensch wird in allen gesellschaftlichen Bereichen auf seine Konsum- und vor allem Arbeitskraft reduziert.

Um eine kapitalistische Gesellschaft aufrecht erhalten zu können, ist leistungsorientiertes Denken und Handeln Voraussetzung. Individuelle Bedürfnisse (persönliche Interessen, Ideen, Freiheit; also Dinge jenseits des Verwertungsprozesses) werden in den Hintergrund gerückt, während die eigene Verwertung oberste Priorität gewinnt.

Diese Entwicklung wird in der Bildungspolitik besonders deutlich. Ob durch G8, Bachelorabschluss oder schlichtweg durch die Kosten der Bildung: einziges Ziel des Bildungsprozesses wird die anschließende Verwertung. Diese Entwicklung ist nur bedingt eindämmbar, da es der Logik des kapitalistischen Systems entspricht, alle Bereiche des Lebens zu kommerzialisieren. Eine tatsächliche Abwendung kann also nur möglich sein durch die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsform.

Eine solche Revolution ist aber nur möglich, wenn dafür die richtigen Voraussetzungen geschaffen sind.

Persönliche Bildung sehen wir als essentiellen Teil dieser Voraussetzungen, da diese freies, reflektiertes und vor allem emazipiertes Denken und Handeln bedingt.

Jedoch kann in den bestehenden Verhältnissen von freier Bildung nicht die Rede sein, ja vielmehr werden Projekte, in denen freie Bildung gefördert wird, kriminalisiert, was aktuell an dem Projekt "Faites votre Jeu" besonders deutlich wird.

Die Demosnstration möchten wir deshalb auch nutzen, um auf die angekündigte Räumung am 15.01.2009 aufmerksam zu machen, ebenso wie zur Schaffung von Projekten mit ebendiesem Ziel anzuregen und zu ermutigen.

 

- Freiräume erkämpfen!

- Bildung selbst organisieren!

- Kapitalismus abschaffen!

- schöner leben! (mit AntifaBell)